Brandschutzfachtagung: Brandschutztechnische Beurteilung von Bauteilen im Bestandsgebäude
- 22. Jan. 2019
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Jan.
Am 22. Januar 2019 nahmen unsere Mitarbeiter Dieter Schaub und Max Hüfner an einer Fachveranstaltung zur brandschutztechnischen Beurteilung von Bauteilen in Bestandsgebäuden teil. Die Tagung fand im design security forum Hanau statt und richtete sich an Planer, Sachverständige und ausführende Fachbetriebe. Im Mittelpunkt standen rechtliche Grundlagen, praxisnahe Bewertungsmethoden und konkrete Beispiele aus Sanierung und Denkmalpflege.
Für unsere tägliche Arbeit ist der Brandschutz im Bestandsgebäude ein wiederkehrendes Thema – insbesondere dort, wo bestehende Bausubstanz weiter genutzt, umgebaut oder technisch ertüchtigt wird.
Brandschutz im Bestandsgebäude – Rahmenbedingungen und Herausforderungen
Der Brandschutz im Bestandsgebäude unterscheidet sich grundlegend von der Planung im Neubau. Bestehende Konstruktionen, historische Baustoffe und frühere Ausführungsstandards lassen sich nicht immer eindeutig aktuellen Normen zuordnen.
Ein zentrales Thema ist dabei der Bestandsschutz im bauordnungsrechtlichen Kontext. Er bedeutet nicht, dass keine Anpassungen erforderlich sind, sondern dass bestehende Bauteile zunächst bewertet werden müssen, bevor Maßnahmen festgelegt werden. Für Bauherren und Planer stellt sich häufig die Frage, welche Anforderungen zwingend umzusetzen sind und wo eine objektspezifische Bewertung zulässig ist.
Gerade bei gewachsenen Gebäudestrukturen oder denkmalgeschützten Objekten ist eine brandschutztechnische Bewertung des Bestands erforderlich, die sowohl rechtliche als auch praktische Aspekte berücksichtigt.
Fachlicher Rahmen der Tagung im design security forum Hanau
Das design security forum Hanau ist eine fachübergreifende Plattform für Brandschutz, Sicherheit und Bauwesen. Es veranstaltet Seminare und Fachtagungen, die sich gezielt mit komplexen Fragestellungen des vorbeugenden Brandschutzes befassen.
Die Tagung zur brandschutztechnischen Beurteilung von Bauteilen in Bestandsgebäuden verfolgte das Ziel, theoretische Grundlagen mit realen Praxisbeispielen zu verknüpfen. Neben der Einordnung geltender Regelwerke lag der Fokus auf der Frage, wie bestehende Bauteile fachlich korrekt beurteilt und in Brandschutzkonzepte integriert werden können.
Für uns war insbesondere der interdisziplinäre Ansatz relevant, bei dem rechtliche, planerische und ausführende Perspektiven zusammengeführt wurden.
Entwicklung der Brandschutzvorschriften und relevante Regelwerke
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Entwicklung nationaler Brandschutzvorschriften im 21. Jahrhundert. Während Neubauten in der Regel klaren normativen Vorgaben folgen, erfordert der Bestand eine differenzierte Betrachtung.
Behandelt wurden unter anderem:
bauordnungsrechtlich relevante Regelwerke für Bestandsgebäude
Unterschiede zwischen normativen Anforderungen und objektspezifischer Bewertung
der Umgang mit Abweichungen im Rahmen von Sanierungen oder Nutzungsänderungen
Für die Praxis bedeutet das, dass Brandschutzvorschriften im Bestandsgebäude nicht isoliert betrachtet werden können. Vielmehr ist eine nachvollziehbare Bewertung notwendig, die den baulichen Zustand, die Nutzung und mögliche Risiken berücksichtigt.
Brandschutztechnische Beurteilung von Bauteilen im Bestand
Die brandschutztechnische Beurteilung beginnt in der Regel mit einer strukturierten Bestandsaufnahme. Dabei werden vorhandene Bauteile, Durchdringungen und Abschottungen erfasst und hinsichtlich ihrer brandschutztechnischen Funktion bewertet.
Ein zentrales Thema war der Umgang mit:
nicht klassifizierten Baustoffen
historischen Konstruktionen ohne eindeutige Nachweise
Abweichungen zwischen Planung, Ausführung und aktuellem Bestand
Zur objektiven Bewertung können Materialprüfungen und Bestandsmaterialuntersuchungen herangezogen werden. Diese liefern eine belastbare Grundlage für Entscheidungen innerhalb eines Brandschutzkonzepts für Bestandsgebäude und helfen, Maßnahmen gezielt und verhältnismäßig zu planen.
Praxisbeispiele aus Sanierung, Denkmalpflege und Bestandsumbau
Anhand konkreter Praxisbeispiele wurden typische Situationen aus der Brandschutzsanierung im Bestand vorgestellt. Dazu gehörten Projekte aus der Denkmalpflege ebenso wie Umbauten bestehender Gebäude.
Ein besonderer Fokus lag auf:
speziellen Schottungssystemen für Bestandsbauten
der Beurteilung relevanter Bauteile wie Wand- und Deckendurchführungen
der Auswertung realer Brandereignisse zur Ableitung technischer Erkenntnisse
Diese Beispiele verdeutlichten, dass Lösungen im Bestand häufig projektspezifisch sind und eine enge Abstimmung zwischen Planung, Prüfung und Ausführung erfordern.
Prüfung und Einordnung von Brandschutzkonzepten im Bestand
Abschließend wurde die Prüfung von Brandschutzkonzepten im Bestand thematisiert. Dabei spielen nicht nur technische, sondern auch bauordnungs- und zivilrechtliche Fragestellungen eine Rolle.
Diskutiert wurden unter anderem:
die Integration historischer Quellen in aktuelle Brandschutzkonzepte
Argumentationshilfen für die fachliche Prüfung bestehender Konzepte
die Bedeutung einer klaren und nachvollziehbaren Dokumentation
Für alle Beteiligten ist eine saubere Einordnung des Bestands entscheidend, um Planungssicherheit zu schaffen und Maßnahmen fachlich zu begründen.








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