Fachbauleiter Brandschutz: Qualifikation und Praxisbezug aus dem Baualltag
- Hüfner GmbH
- 15. Juli 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Jan.
Am 16. Juli 2021 erhielt Max Hüfner das Zertifikat und die Qualifikation zum Fachbauleiter Brandschutz. Der 100 Unterrichtseinheiten umfassende Lehrgang wurde im Design Security Forum in Hanau durchgeführt und schloss mit einer fachlichen Prüfung ab.
Der Anlass für diese Weiterbildung lag nicht in formalen Anforderungen, sondern im Anspruch, brandschutzrelevante Aufgaben auf der Baustelle fachlich fundiert begleiten und bewerten zu können. Brandschutz ist kein abstraktes Regelwerk, sondern Teil des täglichen Baugeschehens – besonders dort, wo bauliche, technische und organisatorische Anforderungen zusammentreffen.
Anlass und fachlicher Hintergrund der Qualifikation
Der Lehrgang zum Fachbauleiter Brandschutz umfasste insgesamt 100 Unterrichtseinheiten und wurde als kompakte, praxisnahe Weiterbildung konzipiert. Vermittelt wurden Grundlagen und Zusammenhänge, die für die fachliche Begleitung von Bauvorhaben mit erhöhten brandschutztechnischen Anforderungen relevant sind.
Im Mittelpunkt standen:
die Grundlagen der Fachbauleitung im Brandschutz,
der bauliche Brandschutz als Teil der Ausführung,
die Entstehung von Bränden und das Brandverhalten von Baustoffen,
sowie Grundlagen des anlagentechnischen Brandschutzes.
Die Weiterbildung diente damit nicht nur dem Erwerb eines Zertifikats, sondern vor allem der strukturierten Vertiefung von Wissen, das im Baualltag regelmäßig gefordert ist – häufig unter Zeitdruck und in Abstimmung mit mehreren Gewerken.
Aufgabenverständnis eines Fachbauleiters Brandschutz
Die Rolle eines Fachbauleiters Brandschutz liegt an der Schnittstelle zwischen Planung, Ausführung und Kontrolle. Anders als die allgemeine Bauleitung konzentriert sich diese Funktion gezielt auf brandschutzrelevante Aspekte im Bauablauf.
Zu den typischen Aufgaben zählen:
die fachliche Begleitung der Ausführung brandschutztechnischer Maßnahmen,
die Kontrolle von Einbausituationen, Abschottungen und Durchführungen,
die Abstimmung mit Planern, Fachbauleitern anderer Gewerke und Bauleitung,
sowie die Dokumentation und Nachweisführung gegenüber Prüfstellen.
Der Lehrgang verdeutlichte insbesondere, dass der Fachbauleiter Brandschutz keine zusätzliche Kontrollinstanz „von außen“ ist, sondern integraler Bestandteil des Bauprozesses. Eine klare Zuordnung von Zuständigkeiten hilft, Missverständnisse zu vermeiden und Ausführungsdetails frühzeitig richtig einzuordnen.
Baulicher Brandschutz als Teil der handwerklichen Ausführung
Ein Schwerpunkt des Lehrgangs lag auf den Grundlagen des baulichen Brandschutzes. Dabei ging es weniger um abstrakte Vorschriften als um deren konkrete Umsetzung auf der Baustelle.
Behandelt wurden unter anderem:
die Einordnung des baulichen Brandschutzes in Konstruktion und Ausbau,
Trennungen und Abschottungen bei Leitungsdurchführungen,
typische Ausführungsfehler und deren Auswirkungen,
sowie die Bedeutung von Materialwahl und Einbausituation.
Gerade bei komplexen Leitungsführungen oder im Bestand zeigt sich, dass brandschutztechnische Anforderungen nicht isoliert betrachtet werden können. Der Lehrgang vermittelte, wie wichtig es ist, Details im Zusammenhang zu sehen und handwerkliche Lösungen an die jeweilige Situation anzupassen.
Entstehungsbrand und Brandverhalten von Baustoffen
Ein weiterer zentraler Baustein der Weiterbildung war das Verständnis für die Entstehung von Bränden und das Brandverhalten von Baustoffen. Dieses Wissen bildet die Grundlage dafür, brandschutztechnische Anforderungen nachvollziehen und bewerten zu können.
Im Fokus standen:
grundlegende Mechanismen der Brandentstehung,
das Verhalten unterschiedlicher Baustoffe unter Temperatureinwirkung,
Rauchentwicklung, Abbrandverhalten und Wärmefreisetzung,
sowie der Zusammenhang zwischen Materialeigenschaften und bauordnungsrechtlichen Vorgaben.
Für die Praxis bedeutet dieses Wissen, dass Materialien nicht nur nach technischen Datenblättern beurteilt werden, sondern im Zusammenspiel mit Einbausituation, Nutzung und baulichem Umfeld betrachtet werden müssen.
Anlagentechnischer Brandschutz im Bauablauf
Neben dem baulichen Brandschutz wurden auch Grundlagen des anlagentechnischen Brandschutzes behandelt. Ziel war es, ein Verständnis für die Schnittstellen zwischen technischen Anlagen und dem Baukörper zu entwickeln.
Thematisiert wurden:
grundlegende Systeme des anlagentechnischen Brandschutzes,
Schnittstellen zu Leitungsanlagen, Trassen und Abschottungen,
die Koordination mit anderen Gewerken während der Bauphase,
sowie typische Konfliktpunkte zwischen Technik und Bauausführung.
Der Lehrgang machte deutlich, dass anlagentechnischer und baulicher Brandschutz nur dann funktionieren, wenn beide Bereiche frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Gerade in der Ausführung ist dieses Zusammenspiel entscheidend für eine funktionierende Gesamtlösung.
Das Design Security Forum als Ausbildungs- und Prüfungsrahmen
Das Design Security Forum Hanau ist eine fachlich spezialisierte Einrichtung für Aus- und Weiterbildung im vorbeugenden Brandschutz. Der Fokus liegt auf praxisnaher Wissensvermittlung für Planer, Bauleiter, Fachunternehmen und ausführende Gewerke, die regelmäßig mit brandschutztechnischen Anforderungen konfrontiert sind.
Die Lehrgänge sind so aufgebaut, dass sie nicht nur Regelwerke vermitteln, sondern deren Anwendung im Bauablauf nachvollziehbar machen. Dazu gehören reale Ausführungssituationen, typische Schnittstellenprobleme sowie die Einordnung von baulichem und anlagentechnischem Brandschutz in bestehende Bauprozesse. Der Unterricht erfolgt durch Fachdozenten mit praktischem Hintergrund aus Planung, Prüfung und Bauüberwachung.
Der absolvierte Zertifikatskurs zum Fachbauleiter Brandschutz wurde innerhalb dieses Rahmens durchgeführt und schloss mit einer fachlichen Prüfung ab. Das ausgestellte Zertifikat dokumentiert die Teilnahme, den Umfang von 100 Unterrichtseinheiten sowie die behandelten Inhalte. Es dient damit als nachvollziehbarer Nachweis der Qualifikation, auf den sich dieser Beitrag bezieht.





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