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Hilti Brandschutzschulung Anwender Professional – Fachkunde für Kombischotts und Abschottungssysteme

  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Am 29. Januar 2026 haben wir an der Kundenschulung „Brandschutzschulung Anwender Professional“ teilgenommen. Die Schulung berechtigt zum Einbau kombischottfähiger Brandschutzprodukte und vermittelt produktspezifische sowie normativ relevante Grundlagen für die fachgerechte Ausführung von Abschottungen.


Für uns steht bei solchen Terminen nicht das Zertifikat im Vordergrund, sondern das technische Verständnis. Abschottungen funktionieren nur dann zuverlässig, wenn System, Bauteil und Einbausituation korrekt zusammenspielen. Die Brandschutzschulung hat genau diesen Zusammenhang vertieft.



Grundlagen der Brandschutzschulung: Begriffe und Regelwerke


Ein wesentlicher Bestandteil der Brandschutzschulung Anwender Professional war die Wiederholung und Präzisierung brandschutztechnischer Grundbegriffe. Dazu gehören Feuerwiderstandsklassen, Abschottungsarten sowie der Aufbau und die Funktionsweise von Kombischotts. Im Mittelpunkt standen die bauaufsichtlichen Zulassungen und europäischen Technischen Bewertungen (ETA). Jede Abschottung ist an konkrete Einbaubedingungen geknüpft. Wandart, Bauteildicke, Leitungsart und Belegungsdichte beeinflussen die Auswahl des Systems. Abweichungen von den geprüften Randbedingungen führen im Zweifel zum Verlust der Zulassung.


Behandelt wurden außerdem:

  • Anforderungen nach DIN 4102 und die Einordnung in europäische Klassifizierungen

  • Vorgaben der Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR)

  • Dokumentations- und Kennzeichnungspflichten nach Einbau


Gerade im Bestand zeigt sich, wie wichtig diese Grundlagen sind. Öffnungen entsprechen häufig nicht mehr den ursprünglichen Planungsannahmen. Leitungen wurden nachbelegt oder verändert. Ohne saubere Einordnung der Zulassungssituation ist eine fachgerechte Abschottung nicht möglich.



Rohr-, Kabel- und Kombischotts in der Praxis


Die Brandschutzschulung hat die praktische Anwendung in den Mittelpunkt gestellt. Thematisch ging es um Rohrabschottungen, Kabelabschottungen und Kombidurchführungen in Massivwänden, leichten Trennwänden und Decken.

Bei Rohrabschottungen unterscheiden sich die Anforderungen je nach Material und Durchmesser. Brennbare Kunststoffleitungen benötigen intumeszierende Systeme, die sich im Brandfall aufschäumen und die Öffnung verschließen. Nichtbrennbare Leitungen stellen andere Anforderungen an Restspaltverfüllung und Wärmedehnung.


Kabelabschottungen erfordern eine genaue Betrachtung der Belegungsdichte. Besonders in Technikzentralen oder Installationsschächten kommt es häufig zu Nachbelegungen. Hier muss bereits beim Einbau berücksichtigt werden, welche Reserven zulässig sind und wie eine spätere Erweiterung systemkonform erfolgen kann.


Kombischotts sind technisch anspruchsvoller, da unterschiedliche Medien gemeinsam durch ein Bauteil geführt werden. Die Brandschutzschulung Anwender Professional hat deutlich gemacht, dass nicht jedes System beliebig kombinierbar ist.


Entscheidend sind:

  • zulässige Mischbelegung

  • maximale Öffnungsgröße

  • Mindestabstände zwischen Leitungen

  • Einhaltung geprüfter Randbedingungen


In der Baustellenpraxis bedeutet das: Vor Beginn der Arbeiten prüfen wir Bauteilart, Dicke, Leitungsart und vorhandene Restöffnungen. Erst danach wird das passende System ausgewählt.


Teilnehmer einer Brandschutz Schulung analysieren ein Demonstrationsmodell mit Mauerwerk und Feuerwiderstands Aufbau zur praktischen Vermittlung von Abschottung und Brandverhalten.


Typische Fehlerquellen und technische Bewertung im Bestand


Ein Schwerpunkt der Brandschutzschulung lag auf häufigen Ausführungsfehlern.


Dazu zählen:

  • unzureichend gereinigte Öffnungen

  • fehlende oder falsch dimensionierte Formteile

  • nicht vollständig verfüllte Restspalten

  • Verwendung nicht zugelassener Ergänzungsprodukte


Solche Abweichungen sind auf den ersten Blick oft nicht erkennbar, beeinträchtigen jedoch die Wirksamkeit der Abschottung.

Gerade in Bestandsgebäuden in Bayern und Hessen treffen wir regelmäßig auf Situationen, in denen Leitungen nachträglich ergänzt wurden. In solchen Fällen reicht es nicht aus, lediglich eine Öffnung zu verschließen. Es ist zunächst zu klären, ob die vorhandene Abschottung noch den Zulassungsbedingungen entspricht oder ob eine vollständige Erneuerung erforderlich ist.

Die Brandschutzschulung hat den Blick dafür geschärft, nicht nur das Produkt zu montieren, sondern die gesamte Einbausituation technisch zu bewerten.



Dokumentation und Kennzeichnung als Bestandteil der Ausführung


Ein weiterer Teil der Brandschutzschulung Anwender Professional war die ordnungsgemäße Dokumentation. Jede Abschottung ist dauerhaft zu kennzeichnen. Dazu gehören Angaben zum System, zur Feuerwiderstandsklasse und zum ausführenden Unternehmen.

Für Bauherren und Planer ist diese Nachweisführung wesentlich. Sie ermöglicht die spätere Überprüfung und bildet die Grundlage für Wartung oder Nachbelegung.


In unseren Projekten dokumentieren wir:

  • verwendetes System

  • Zulassungsnummer

  • Bauteilart

  • Datum der Ausführung


Diese Informationen werden projektbezogen abgelegt und stehen bei Rückfragen zur Verfügung. Weiterführende Informationen zu unseren Leistungen im Bereich Abschottung finden sich auf unserer Seite zur Rohr- und Kabelabschottung sowie im Fachbeitrag zur DIN 4102 und MLAR im Bestand.



Fachkraft arbeitet im Inneren eines Feuerwiderstands Prüfaufbaus mit Mauerwerksmodul während einer praxisorientierten Brandschutz Schulung.

Hilti Brandschutzschulung - Systemverständnis als Grundlage für sichere Ausführung


Die Brandschutzschulung Anwender Professional hat erneut verdeutlicht, dass Abschottungen keine isolierten Einzelmaßnahmen sind. Sie sind Teil eines Brandabschnittskonzepts. Jede Leitungsdurchführung unterbricht zunächst ein raumabschließendes Bauteil. Erst durch eine korrekt eingebaute Abschottung wird die ursprüngliche Feuerwiderstandsdauer wiederhergestellt.


Für uns bedeutet das in der Praxis:

  • Jede Öffnung wird vor Einbau bewertet.

  • Zulassungsunterlagen werden herangezogen.

  • Systemkomponenten werden vollständig und gemäß Herstellervorgabe eingesetzt.

  • Nachbelegungen werden nur innerhalb zulässiger Grenzen vorgenommen.


Die Brandschutzschulung war insofern keine reine Produktschulung, sondern eine vertiefte Auseinandersetzung mit Systemzusammenhängen.



Blick in die Baustellenpraxis


Auf der Baustelle entscheidet sich, ob Theorie und Normenverständnis tragfähig sind. Öffnungen sind selten ideal vorbereitet. Bauteile weichen von Planangaben ab. Leitungsführungen werden kurzfristig angepasst. Die Brandschutzschulung Anwender Professional unterstützt uns dabei, solche Situationen fachlich einzuordnen. Sie hilft, zwischen zulässiger Anpassung und unzulässiger Abweichung zu unterscheiden. Brandschutz endet nicht mit dem Verschließen einer Öffnung. Er beginnt mit der Bewertung der Ausgangssituation. Genau dort setzt unser Anspruch in der Ausführung an.


 
 
 

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