Brandschutz Seminar: Erkenntnisse aus dem TGA Planerforum in Bad Nauheim
- 16. Jan. 2020
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Aktualisiert: 17. Jan.
Am 16. Januar 2020 nahmen unsere Mitarbeiter Max Hüfner und Dieter Schaub am eintägigen TGA Planerforum Brandschutz in Bad Nauheim teil. Das Brandschutz Seminar richtete sich an TGA-Planer, Bauleiter und ausführende Gewerke und setzte den Fokus auf die praktische Umsetzung brandschutztechnischer Anforderungen im Bereich der technischen Gebäudeausrüstung.
Im Mittelpunkt standen konkrete Fragestellungen aus der Planung und Ausführung: Wie lassen sich Regelwerksvorgaben realistisch auf der Baustelle umsetzen? Wo entstehen typische Konflikte zwischen Planung, Ausführung und Systemzulassungen? Und welche Lösungen haben sich in der Praxis bewährt?
Anlass und fachlicher Rahmen des Brandschutz Seminars
Das TGA Planerforum war als kompaktes Fachseminar aufgebaut, das aktuelle Entwicklungen im vorbeugenden Brandschutz mit praxisnahen Beispielen verknüpfte. Veranstaltungsort war Bad Nauheim, das Datum der Schulung der 16. Januar 2020.
Das Brandschutz Seminar bot Raum für den Austausch zwischen Planung, Ausführung und Herstellern. Thematisch bewegte sich das Forum entlang der Schnittstellen, an denen im Baualltag häufig Unklarheiten entstehen – insbesondere bei Leitungsanlagen, Abschottungen und der Ausführungsplanung nach MLAR.
Für uns stand dabei weniger der formale Schulungscharakter im Vordergrund, sondern der direkte Bezug zur Baustellenpraxis und zu typischen Problemstellungen aus laufenden Projekten.
Fachlicher Beitrag des Ausstellers: Schulung und Beratung durch Hilti
Ein wesentlicher Bestandteil des Planerforums war der fachliche Beitrag des Ausstellers. Hilti begleitete das Brandschutz Seminar mit Schulungsinhalten zu Abschottungssystemen, Verwendbarkeitsnachweisen und Montageanforderungen.
Im Fokus standen nicht einzelne Produkte, sondern das Verständnis für systemgebundene Lösungen und deren korrekte Anwendung. Anhand von Praxisbeispielen wurde gezeigt, wie normative Anforderungen – etwa aus der MLAR – mit zugelassenen Systemen umgesetzt werden können.
Besonders relevant war dabei die Einordnung der herstellerseitigen Beratung: als fachliche Unterstützung für Planung und Ausführung, nicht als Ersatz für planerische Verantwortung. Gerade bei komplexen Leitungsführungen oder Sonderkonstruktionen bietet dieser Austausch einen Mehrwert für die spätere Umsetzung auf der Baustelle.
Ausführungsplanung auf Basis der MLAR: Schnittstelle zwischen Planung und Baustelle
Ein zentrales Thema des Brandschutz Seminars war die Ausführungsplanung auf Grundlage der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR). In der Praxis zeigt sich häufig, dass genehmigte Planungsstände nicht vollständig mit der tatsächlichen Leitungsführung auf der Baustelle übereinstimmen.
Diskutiert wurden typische Abweichungen, etwa durch nachträgliche Änderungen, zusätzliche Leitungen oder begrenzte Platzverhältnisse. Diese Abweichungen wirken sich direkt auf die Auswahl und Ausführung von Abschottungssystemen aus.
Deutlich wurde, wie wichtig eine frühzeitige und detaillierte Ausführungsplanung ist – insbesondere an Schnittstellen zwischen Gewerken. Klar definierte Zuständigkeiten und abgestimmte Details helfen, Nacharbeiten und Unsicherheiten bei der brandschutztechnischen Ausführung zu vermeiden.
Abschottungen in der Praxis: Abstandsproblematik und Lösungsansätze
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Abschottungen in der Praxis. Häufige Konflikte entstehen dort, wo viele Leitungen auf engem Raum geführt werden. Abstandsanforderungen, Kombiabschottungen und systemgebundene Lösungen wurden anhand konkreter Beispiele erläutert.
Besprochen wurden typische Baustellensituationen, in denen Mindestabstände nicht eingehalten werden können und alternative Lösungen erforderlich sind. Dabei zeigte sich, dass die Kenntnis der jeweiligen Systemzulassungen und deren Grenzen entscheidend ist.
Für die Ausführung bedeutet das: Abschottungen sind kein rein formales Thema, sondern erfordern Abstimmung, Erfahrung und ein gutes Verständnis der zugrunde liegenden Regelwerke.
Brandschutztechnische Herausforderungen im Holzbau
Der Holzbau gewinnt auch im mehrgeschossigen Bau zunehmend an Bedeutung. Entsprechend wurden im Brandschutz Seminar die besonderen Anforderungen an Abschottungen und Leitungsanlagen in Holzbauteilen thematisiert.
Holz stellt als brennbarer Baustoff andere Anforderungen an Planung und Ausführung als massive Bauteile. Diskutiert wurden unter anderem Anschlussdetails, der Schutz von Durchdringungen sowie die Koordination zwischen Tragwerk, Ausbau und TGA.
Gerade im Holzbau zeigt sich, wie wichtig ein abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten ist, um brandschutztechnische Anforderungen sicher umzusetzen.
Verwendbarkeitsnachweise, HOAI und aktuelle rechtliche Entwicklungen
Abschließend befasste sich das Brandschutz Seminar mit Verwendbarkeitsnachweisen und aktuellen rechtlichen Entwicklungen. Der Umgang mit allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen und Zulassungen ist ein zentrales Thema in der Ausführung.
Beleuchtet wurden außerdem die Auswirkungen aktueller EuGH-Urteile auf die HOAI und deren Bedeutung für Planungsleistungen, Dokumentation und Verantwortlichkeiten. Für die Praxis bedeutet das, dass technische Umsetzung und rechtlicher Rahmen zunehmend zusammengedacht werden müssen.







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