Asbest Grundkenntnisse im Bestand: Anforderungen, Risiken und Praxiswissen
- Hüfner GmbH
- 19. Juni 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Jan.
Asbest war über viele Jahrzehnte ein selbstverständlicher Bestandteil zahlreicher Baumaterialien. Seine technischen Eigenschaften machten ihn im Hoch- und Ausbau ebenso beliebt wie im Brandschutz und in technischen Anlagen. Auch wenn die Verwendung von Asbest seit langem verboten ist, sind die Gebäude aus dieser Zeit weiterhin vorhanden – und damit auch die Materialien.
Für Unternehmen, die regelmäßig im Bestand arbeiten, gehört der Umgang mit dieser Realität zum Arbeitsalltag. Bei Umbauten, Sanierungen oder technischen Eingriffen treffen unsere Mitarbeiter immer wieder auf Bauteile, deren Materialzusammensetzung nicht eindeutig erkennbar ist. Asbest Grundkenntnisse sind deshalb kein theoretisches Zusatzwissen, sondern eine notwendige Grundlage für sicheres und verantwortungsvolles Arbeiten im Bestand.
Asbest im Gebäudebestand: Ein Stoff, der weiterhin relevant ist
Der Einsatz von Asbest reicht bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Besonders Gebäude, die vor dem 31. Oktober 1993 errichtet wurden, können asbesthaltige Baustoffe enthalten. Diese finden sich häufig nicht offen sichtbar, sondern in Schichten, Verkleidungen oder technischen Bauteilen.
Typische Situationen im Bestand sind unter anderem:
Eingriffe in Wand-, Decken- oder Fassadenaufbauten
Rückbau einzelner Bauteile
Arbeiten an brandschutztechnischen oder haustechnischen Anlagen
Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen
Gerade bei solchen Arbeiten ist es entscheidend, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen. Asbest Grundkenntnisse unterstützen dabei, Materialien richtig einzuordnen und im Zweifel konsequent zu reagieren.
Rechtlicher Rahmen: Warum Asbest Grundkenntnisse vorgeschrieben sind
Die Anforderungen an den Umgang mit Asbest sind in der Gefahrstoffverordnung geregelt und werden durch die TRGS 519 konkretisiert. Sie richtet sich an alle Tätigkeiten im Bereich Abbruch, Sanierung und Instandhaltung (ASI-Arbeiten Asbest) und gilt insbesondere für Arbeiten im Bestand.
Die TRGS 519 fordert ausdrücklich, dass Fachkräfte, die mit potenziell asbesthaltigen Materialien in Berührung kommen können, über entsprechende Asbest Grundkenntnisse verfügen müssen. Diese Grundkenntnisse sind von weiterführenden Qualifikationen wie dem Asbestschein zu unterscheiden, stellen jedoch eine verbindliche Mindestanforderung dar.
Für unsere Arbeit sind diese Vorgaben relevant bei:
der Arbeitsvorbereitung und Baustellenplanung
der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen
der Abstimmung mit Bauherren, Planern und Fachstellen
der Organisation sicherer Arbeitsabläufe
Seminar „Grundkenntnisse Asbest“ – Inhalte und Wissensschwerpunkte
Das Online-Seminar „Grundkenntnisse Asbest“ wurde von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) angeboten. Die BGHM ist als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für zahlreiche handwerkliche Betriebe zuständig und vermittelt praxisnahes Wissen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Im Seminar wurden unter anderem folgende Themen behandelt:
Asbest als sogenannte „Wunderfaser“: Eigenschaften und frühere Einsatzgebiete
Typische asbesthaltige Produkte im Gebäudebestand
Gesundheitsgefahren durch freigesetzte Asbestfasern
Rechtliche Voraussetzungen und organisatorische Anforderungen
Vorgehen bei Asbestverdacht und richtige Reaktionsschritte
Der Fokus lag auf der sicheren Erkennung von Risiken und dem richtigen Verhalten im Arbeitsalltag – nicht auf Spezialverfahren oder Sanierungstechniken.
Praxisbezug: Asbestwissen im Arbeitsalltag
Im Bestand lassen sich nicht alle Risiken im Vorfeld vollständig ausschließen. Umso wichtiger ist es, dass Mitarbeiter auf der Baustelle Situationen selbstständig einschätzen können. Asbest Grundkenntnisse helfen dabei, typische Warnsignale zu erkennen und Arbeiten bei Verdachtsmomenten konsequent zu unterbrechen.
In der Praxis bedeutet das unter anderem:
Aufmerksamkeit bei Bauteilen mit unklarer Materialhistorie
Vermeidung unnötiger Eingriffe bei Verdachtsfällen
Abstimmung mit Auftraggebern, Planern und zuständigen Stellen
Berücksichtigung der Erkenntnisse in der Gefährdungsbeurteilung
Einbindung in bestehende Sicherheits- und Arbeitsabläufe
Teilnahme am Seminar und Einbindung in unsere Arbeitsprozesse
Am 19.06.2024 hat unser Mitarbeiter Martin Otto am Online-Seminar „Grundkenntnisse Asbest“ der BGHM teilgenommen. Die Teilnahme diente der gezielten Erweiterung des Wissens für Arbeiten im Bestand, bei denen potenziell asbesthaltige Materialien auftreten können.
Die im Seminar vermittelten Inhalte wurden intern dokumentiert und in den Kontext unserer bestehenden Arbeitsabläufe eingeordnet. Ziel ist es, dass dieses Wissen nicht isoliert bleibt, sondern als gemeinsame fachliche Grundlage in Projekten genutzt wird – insbesondere dort, wo Materialzusammensetzungen vor Ort bewertet werden müssen.
Gerade bei Sanierungs- und Umbauarbeiten im Bestand unterstützen Asbest Grundkenntnisse eine strukturierte Entscheidungsfindung und tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Arbeitsunterbrechungen sachlich begründet umzusetzen.





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