Sachkundenachweis Asbest TRGS-519: Erfolgreicher Lehrgang für ASI-Arbeiten an asbesthaltigen Materialien
- Hüfner GmbH
- 24. Juni 2020
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Jan.
Asbesthaltige Materialien gehören auch heute noch zur Realität vieler Bestandsgebäude. Der fachgerechte Umgang damit erfordert nicht nur praktische Erfahrung, sondern auch eine klar geregelte Sachkunde. Im Zeitraum vom 20. bis 25. Juni 2020 hat unser Kollege Patrick Carle erfolgreich den Lehrgang zum Erwerb des Sachkundenachweises Asbest TRGS-519 gemäß Nr. 2.7 abgeschlossen.
Anlass und fachlicher Rahmen des Sachkundenachweises
Der Sachkundenachweis Asbest TRGS-519 ist eine formale Voraussetzung für Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) an asbesthaltigen Materialien. Er definiert, welche Kenntnisse erforderlich sind, um Gefährdungen korrekt einzuschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen umzusetzen.
Der Lehrgang, den Patrick Carle im Juni 2020 absolviert hat, schließt mit dem Nachweis der Sachkunde nach Nr. 2.7 der TRGS 519 ab. Diese Qualifikation ist insbesondere für ASI-Arbeiten geringen Umfangs relevant, wie sie im Bestand regelmäßig auftreten – etwa bei punktuellen Rückbau- oder Instandhaltungsmaßnahmen.
Ziel dieses Beitrags ist es, die Inhalte und den praktischen Nutzen des Sachkundenachweises transparent darzustellen und nachvollziehbar einzuordnen – für Bauherren, Planer, Partner und Bewerber.
Durchführung des Lehrgangs und Ausstellung des Sachkundenachweises Asbest TRGS-519 durch die DEKRA
Der mehrtägige Lehrgang wurde durch die DEKRA durchgeführt. Als anerkannte Prüf- und Zertifizierungsorganisation übernimmt sie sowohl die fachliche Vermittlung der Inhalte als auch die Prüfung und Ausstellung des Sachkundenachweises.
Im Mittelpunkt standen praxisnahe Schulungseinheiten, die sich eng an den Vorgaben der TRGS 519 orientieren. Die Ausbildung folgt einem standardisierten Ablauf, der sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Übungen umfasst. Nach erfolgreicher Teilnahme und Prüfung wurde der Sachkundenachweis Asbest TRGS-519 offiziell ausgestellt.
Für Auftraggeber und Planungsbeteiligte schafft diese Form der Qualifikation eine klare Grundlage: Inhalte, Umfang und Gültigkeit der Sachkunde sind eindeutig definiert und nachvollziehbar dokumentiert.
Inhalte des Lehrgangs: Asbest, Regelwerke und Gesundheitsgefahren
Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung war die Auseinandersetzung mit den Arten, Eigenschaften und Faserstrukturen von Asbest. Dabei ging es nicht nur um theoretische Grundlagen, sondern auch um typische Anwendungen in Bauprodukten und technischen Anlagen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Gesundheitsgefahren, die von Asbestfasern ausgehen. Behandelt wurden Expositionswege, mögliche Langzeitfolgen sowie die Bedeutung einer konsequenten Staubvermeidung.
Darauf aufbauend vermittelte der Lehrgang einen strukturierten Überblick über relevante Vorschriften, insbesondere:
die Gefahrstoffverordnung
die Technischen Regeln für Gefahrstoffe
die TRGS 519 als zentrales Regelwerk für ASI-Arbeiten
Dieses Regelverständnis ist Voraussetzung dafür, Arbeiten nicht nur handwerklich korrekt, sondern auch rechtssicher auszuführen.
Sicherheitstechnische und personelle Anforderungen bei ASI-Arbeiten
ASI-Arbeiten an asbesthaltigen Materialien stellen besondere Anforderungen an Personal, Organisation und Technik. Im Lehrgang wurden daher die personellen Voraussetzungen ebenso behandelt wie konkrete Schutzmaßnahmen.
Dazu zählen:
der Einsatz geeigneter persönlicher Schutzausrüstung
organisatorische Maßnahmen zur Trennung von Arbeits- und Aufenthaltsbereichen
technische Maßnahmen zur Minimierung der Faserfreisetzung
Ein zentrales Thema war die Unterdruckhaltung von Arbeitsbereichen. Sie dient dazu, das Austreten von Asbestfasern in angrenzende Bereiche zu verhindern. Im Rahmen der Schulung wurden hierzu auch gerätetechnische Übungen durchgeführt, etwa zu Absaug- und Abschottungssystemen. Diese Inhalte sind unmittelbar auf die Baustellenpraxis übertragbar und unterstützen eine strukturierte und sichere Arbeitsweise.
Sanierungsverfahren, Arbeitsabläufe und Entsorgung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den spezifischen Sanierungsverfahren für asbesthaltige Materialien. Dabei wurden typische Abläufe für ASI-Arbeiten geringen Umfangs erläutert und voneinander abgegrenzt.
Behandelt wurden unter anderem:
die Vorbereitung und Planung von Sanierungsmaßnahmen
die strukturierte Organisation der Arbeitsabläufe
die fachgerechte Abfallaufnahme, Verpackung und Entsorgung gemäß geltenden Vorschriften
Abschlussarbeiten und die kontrollierte Freigabe der Arbeitsbereiche
Gerade die Entsorgung asbesthaltiger Abfälle erfordert klare Prozesse und eine saubere Dokumentation, um Risiken für Mensch und Umwelt zu vermeiden.
Sicherheit und Klarheit im Baustellenalltag
Der Lehrgang vom 20. bis 25. Juni 2020 vermittelt kein isoliertes Spezialwissen, sondern ein strukturiertes Verständnis für sichere Arbeitsabläufe bei ASI-Arbeiten.Im Baustellenalltag, in dem unterschiedliche Gewerke, Zeitdruck und wechselnde Rahmenbedingungen zusammentreffen, ist die sachliche Einordnung von asbesthaltigen Materialien entscheidend.
Der Sachkundenachweis Asbest TRGS-519 unterstützt dabei, Risiken realistisch zu bewerten, Maßnahmen korrekt umzusetzen und Arbeitsschritte nachvollziehbar zu dokumentieren – von der Planung über die Ausführung bis zur ordnungsgemäßen Entsorgung.





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